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Im Kreise der Familie wird das Tochterkind meist über alle Maße gelobt. Es ist schon fast beeindruckend, für was man ein Kind alles loben kann. Nun ja. Fairerweise muss man sagen, dass die Familie das Tochterkind – ich erwähnte das – recht selten sieht und die Sprünge dementsprechend riesig sind. Was für uns also schon völlig normal ist, kann bei der Verwandtschaft regelrechte Begeisterungsstürme auslösen. Und so wurde das Kindlein am Wochenende für praktisch jedes Grunzen, jedes Augenzwinkern und jede Fingerkrümmung gelobt. Wie niedlich sich das anhöre! Oh und wie pfiffig das aussähe! Und wie geschickt sie das mache!
Hätte das Tochterkind unter irgendwelchen Komplexen gelitten, so wären diese in den 2 Tagen restlos ausradiert worden. Ganz sicher.

Und man hört es gern. Zu gern vielleicht. Natürlich weiß eine Mutter, dass das eigene Kind einfach ein wunderbares Kind ist. Jede Mutter weiß das. Aber trotzdem ist es schön, das auch von andrer Seite aus bestätigt zu hören. Zumal man den lobenden Worten für das Kind auch durchaus ein Lob an einen selbst heraushören kann. Immerhin hat man nicht unwesentlich zu diesem Menschlein beigetragen (jedenfalls auf biologischer Ebene ist das wohl unbestreitbar, die erzieherische lasse ich außenvor).

Umso schmerzlicher ist es für eine Mutter, wenn man das Gefühl bekommt, dass alle anwesenden Kinder gelobt werden – bis auf das eigene. Das Gefühl mag blöd sein. Eine Mutter müsste doch wissen, dass ihre Kinder ganz wunderbare Kinder sind und eigentlich darauf pfeifen, ob das nun besonders erwähnt wird oder nicht. Die Kinder sind auch ohne jede Erwähnung wunderbar, natürlich. Aber es tut trotzdem weh. In dem Maße wie sich Mütter über ein Lob für das Kind freuen, im gleichen Maße schmerzt es, wenn sie glauben das Kind hätte eines verdient, aber niemand bermerke es.

Und darum.
Du hast wundervolle Kinder. Bezaubernd sind sie und wahnsinnig clever. Du bist ganz zu Recht stolz auf sie.
Nur damit das klar ist.