Uns Frauen wird ja gerne unterstellt, dass wir kaufsüchtig seien. Besonders an Schuhläden ließe sich das weibliche Geschlecht nur mit Müh und Not vorbeizerrenziehen.
Werte Herren, es gibt auch Frauen, die anders ticken.
Minifrauen zum Beispiel. Minifrauen finden Schuhe kaufen nämlich richtig blöde. Es wäre interessant zu wissen, wann und aus welchem Grund sich das in vielen Fällen ins Gegenteil wandelt, aber beim Kauf der ersten 316 Paar Schuhe sind Minifrauen überhaupt nicht kooperativ. Ü-ber-haupt-nicht.
Letzten Samstag starteten wir nämlich – naiv wie wir manchmal sind – den Versuch eines entspannten Schuhkaufs. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass wir kläglich gescheitert sind? Überhaupt scheinen Samstage Schuhkauftage zu sein. Der Laden war so voll, dass man für einen Hocker beinahe anstehen musste. Wer den Laden zum ersten Mal betrat und die Kinderabteilung suchte, musste darüber hinaus nur seinem Gehör folgen: der Teil des Laden, aus dem Heulen, Kreischen und Fluchen nicht zu überhören waren, war selbstverständlich die Kinderschuhabteilung. Denn jeder, der sich in dieser Abteilung aufhielt, tat es: heulen, kreischen oder fluchen. Wir waren beeindurckt ob der Geduld und den starken Nerven der Verkäuferinnen.
Das Tochterkind machte den Minimenschen alle Ehre. Sie schrie, sie wand sich und wollte partout keinen Schuh anprobieren. Aber mit Gewalt geht alles.
Trotzdem muss ich sagen, dass dieses Szenario nicht das erschreckendste war. So richtig verschlug es mir erst die Sprache als mein Blick auf das Preisschild fiel. Pervers ist das, ehrlich. Dabei ist es nicht mal so, dass mir der Preis an sich dermaßen die Sprache verschlägt, vielmehr ist es so, dass es mir die Kehle zuschnürrt, sobald ich darüber nachdenke, für wie lange ich so viel Geld ausgebe. So ein Kind.. so ein Kind trägt einen Schuh gerade mal 3 Monate und somit oft genug nicht mal eine einzige Saison durch. Es kommt nicht selten vor, dass der kindliche Fuß ausgerechnet mitten in der Wintersaison einem ausgeprägten Wachstumsschub unterlegen ist und man von einem Tag auf den anderen einen neuen Winterschuh in der nächstgrößeren Größe benötigt. Das tut dann gleich 4x weh, weil man doppelt zahlt, das Kind den Schuh aber nur halb so lange trägt.
Trotz lautstarkem Protest und schwindelerregenden Preisen kommt man letztendlich aber nicht drumrum und so ist das Tochterkind nun stolze Besitzerin diesen Schuhs. Immerhin haben wir gut 20 Euro weniger bezahlen müssen als in diesem Internetshop. Dafür brüllt das Kind immer noch, wenn man ihr den Schuh anziehen will.
Mir grauts ein wenig vor dem nächsten Schuhkauf.





