Geschützt: Nikolaus

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Familienbande

Familie zu haben, Familie zu sein und eben auch Zeit mit eben dieser Familie verbringen – all das schätzte und schätze ich noch heute sehr. Meine Familie war zwar immer klein, hielt dafür aber umso stärker zusammen. Trotzdem sah man sich nur selten. Die Familie meines Vaters sammelte sich bei Koblenz, die meiner Mutter in Breslau. Meine Eltern und ich bildeten noch mal einen Punkt abseits davon und mussten bei Besuchen zu meinen Großeltern väterlicherseits rund 200km zurücklegen, zu meinen Verwandten seitens meiner Mutter ganze 800km. Man traf sich also nicht mal eben so, Besuche mussten stets geplant, mehrere Tage vorher angekündigt und im Falle eines Besuchs in Polen sogar mehrere Wochen eher gebucht werden. Ein Umstand, der Spontanität praktisch unmöglich, auf der andren Seite die Besuche zu etwas ganz Besonderem werden ließ.

Zu meinen Großeltern (väterlicherseits) pflegte ich als Kind trotz der Entfernung eine sehr enge Beziehung – im Vergleich zu der restlichen Familie wohnten sie schließlich um die Ecke. Bis zur Pubertät verbrachte ich wohl fast meine gesamten Ferienzeit in dem 4000-Seelen-Dorf und wenn meine Eltern mich am Ende abholen kamen, heulte ich Rotz und Wasser und wollte meine Großeltern partout nicht verlassen.
Ich empfand es als pure Qual die geliebte Oma und den ebenso geliebten Opa nur alle Lichtjahre zu sehen – die Zeitrechnung eines Kindes ist eben eine andere als die eines Erwachsenen.

Zu meinen Großeltern in Polen dagegen hatte ich in der Kindheit praktisch gar keinen Bezug. Unzählige Male sah ich meine Oma gefühlt zum ersten Mal, unzählige Male wurde ich gedrückt und geknutscht und fand es unangenehm, weil mir all die Personen so fremd waren. Auch diese Situation war ziemlich unschön, wenn auch aus anderen Gründen.

Ich erinnere mich lebhaft daran, wie neidisch ich war, wenn meine Freundinnen von ihren Großeltern von der Schule abgeholt wurden. Oder wenn sie erzählten, dass sie heute bei der Oma Mittag essen und Hausaufgaben machen würden. Oder wie schön es mit dem Opa am Wochenende auf dem Spielplatz war. Sehr neidisch. Das alles konnte ich nie und das wurde mir in so Momenten ziemlich schmerzlich bewusst.

Wenn ich mir meine Familie heute anschaue, dann mit einem äußerst unguten Gefühl. Inzwischen ist aus meiner kleinen Familie eine ziemlich große Familie geworden. Mit der Heirat und der Geburt der Tochter wuchs sie quasi auf das Doppelte. Geändert hat sich dadurch aber leider nichts. Im Gegenteil. Nach wie vor ist die Familie in ganz Deutschland verteilt, genau genommen sogar auf der ganzen Welt. Jetzt haben wir neben Koblenz und Breslau auch noch Erfurt, Braunschweig, Hamburg, Stuttgart, Mannheim und Canada im Angebot. Wir selbst haben uns relativ mittig bei Frankfurt angesiedelt. Meine Mutter wohnt mit gut 100km noch am nähesten, dann sind es 200, 300 oder auch 600km zu der lieben Verwandtschaft und nun sehe ich auf meine Tochter das zukommen, was ich selbst als Kind so traurig fand. Und es gefällt mir nicht. Ü-ber-haupt nicht.

Manch einer mag vielleicht ganz froh sein, dass ihn und seine Verwandten – vor allem die der Schwiegerseite – mehrere hunderte Kilometer trennen. Hier ist dem aber gar nicht so. Sowohl mein Mann als auch ich haben zur eigenen und insbesondere zur jeweiligen Schwiegerfamilie ein ausgesprochen gutes Verhältnis. Mit der Heirat haben der Gatte und ich tatsächlich eine Schwiegerfamilie gewonnen und keinen Haufen fremder Menschen, die einem nichts bedeuten und man selbst ihnen auch nicht. Umso ärgerlicher, dass häufigeren Besuchen nur die Entfernung entgegensteht.

Bitter finde ich es, wenn man Besuche nach Jahren berechnet und nicht wenigstens nach Wochen. Wenn ich darüber nachdenke, dass das Tochterkind ihre Oma (väterlicherseits) bisher gerade 5 Mal (2,5/Jahr) gesehen hat, die Urgroßoma nur 3 Mal (1,5/Jahr) und ich auch die Besuche bei den Opas, Onkels und Tanten jeweils an einer Hand abzählen kann, dann wird es mir richtig schwer ums Herz.
Das Tochterkind ist nun 21 Monate alt und mit jedem Tag erinnert sie sich besser an die Menschen, die ihr begegnen. Trotzdem ist meine Mutter die einzige Verwandte, die das Tochterkind erkennt, an all die andren lieben Omas, Opas, Tanten und Onkel erinnert sie sich eher nicht. Vielleicht noch an ihre Cousine (3J.). Kinder haben bei der Tochter einen gewissen Wiedererkennungsbonus, glaube ich. Sicher, irgendwann kommt die Zeit, da wird sie sich an die ganze Familie erinnern können, öfter sehen wird sie sie dadurch trotzdem nicht.

Einen Moment lang stand es mal zur Diskussion mit der Oma (in dem Fall meine Mutter) zusammenzuziehen. Nicht direkt in die gleiche Wohnung, aber wenigstens in die gleiche Gegend, idealerweise ins gleiche Haus. Daraus wird vorerst aber leider nichts. Für die Zukunft würde ich mir sowas allerdings wirklich wünschen. Wenn ich das Tochterkind beobachte, wie sehr sie schon jetzt auf ihre Oma fixiert ist, wie sehr sie sich auf den Besuch der Oma freut und mit welch einem Strahlen sie der Oma in die Arme rennt, dann ist das für mich ein klares Zeichen dafür, dass die Oma dem Tochterkind gut tut. Sowieso glaube ich, dass Kinder von einer großen Familie nur profitieren, ebenso wie sie allgemein von Kontakten zu andren Menschen profitieren, nur dass die Familie noch mal was anderes ist.

Großes Glück haben wir allerdings dahingehend, dass der Wunsch die Familie zu sehen nicht nur bei uns vorhanden ist. Meine Schwiegerfamielie hält sehr eng zusammen und trotz der Entfernungen bemüht sich der größte Teil sehr darum, die anderen wenigstens regelmäßig – wenn schon selten – zu sehen.

Trotzdem. Ich würde es mir anders wünschen. Ein bisschen Hoffnung besteht ja noch. Dann nämlich, wenn auch meine Mutter endlich aus dem viel zu großen Haus (mein Elternhaus) auszieht, dann könnte es sich vielleicht ergeben, dass die Oma in unsre Nähe zieht. Ich glaube, das Tochterkind wäre begeistert. Und auch ich fände es ganz wunderbarst. Nun ja. Es bleibt abzuwarten.

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Vorgestern mit dem liebsten aller Ehemänner auf Konzert gewesen und Archive (Hörproben: hier oder hier) bestaunt. Immer wieder fein, so Konzerte. Der Liebste ist sowieso schon lange ein begeisterter Konzertegänger, während ich das erst in den letzten Jahren zu schätzen gelernt habe. Früher fand ich es blöde so lange in der Gegend rumzustehen und Musik zu lauschen, die sowieso nie so gut klang wie auf CD.. aber vermutlich war ich einfach nur auf den falschen Konzerten. Heute gehe ich ausgesprochen gerne hin. Und zumeist finde ich Lieder live noch besser als auf CD. Bewegender, beeindruckender, kraftvoller irgendwie. Herrlich.

Dank der Oma können wir auch fast jedes Konzert besuchen, das es sich in unseren Augen zu besuchen lohnt und so haben wir dieses Jahr bisher nur ein einziges Konzert verpasst (nämlich Patrick Wolf >_<). Nach Archive stehen dieses Jahr mindestens noch IAMX (Hörproben: z.B. hier und hier) und Porcupine Tree (Hörproben: hier oder hier) in unserem Konzertkalender. Auch während dieser beiden Konzerte wird meine Mutter das Tochterkind hüten. Und drum an der Stelle einfach mal:

Danke, Mama.

Drachen am Himmel

Hoch oben auf dem Berg…

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… gab es heute ein Drachenfest.

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Dem musste die Familie natürlich beiwohnen, hatten Mama und Papa schließlich erwartet, dass es große Begeisterungsstürme beim Kind des Hauses auslösen würde. Das Tochterkind ließ sich zwar ein paar mal dazu hinreißen ihren Blick auf die Objekte am Himmel zu richten,

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… sah im übrigen aber eher so aus. Ein Sprung, ein Zahn, wer weiß das schon so genau. Miese Laune deluxe eben.

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Da bemüht man sich um Ausflüge und das Kind weint. Wunderbar. Trotzdem befanden wir den Ausflug für gelungen – immerhin waren wir an der frischen Luft.

agi goes Frau Kathy II

Auch am Sonntag waren alle Kinder gesund, sodass Familie Agi die Reise gen Norden antreten konnte. Dreihundertzwölf Kilometer galt es zu überwinden. Fast pünktlich um viertel nach vier standen wir ein kleines bisschen nervös vor der Haustüre der Familie Kathy.

Es ist immer wieder aufs Neue spannend, Blogger einmal persönlich kennenzulernen. Monatelang liest man von den Höhen und Tiefen im Alltag einer Familie, der Blog, der Blogger und ganz besonders die Bloggerkinder wachsen einem ans Herz und dann … sieht man diese Menschen in natura. So aus Fleisch und Blut und so. Und es ist immer wieder ein spannendes Erlebnis. Man kennt sich nicht und doch kennt man sich.

Besonders vom Fräulein Ida hatte ich ein relativ klares Bild vor Augen und was soll ich sagen? Das Fräulein ist genau so und noch viel, viel besser! Leser der Frau Kathy erinnern sich ganz sicher an dieses Video. Ehrlich, das ist gar nichts. Das Fräulein muss man mal live gehört haben! Zu herrlich *gnihihi
Herr Tünnes steht der großen Schwester allerdings in Sachen Knuddeligkeitsfaktor in nichts nach. Selten ein so munteres, neugieriges Kerlchen erlebt. Und wie gut der Mann schon laufen kann! Fast ein Jahr liegt zwischen dem Tochterkind und dem Kerlchen, aber laufend ist er praktisch so geschickt wie die Tochter auch – und nur ein kleines bisschen langsamer. Da haben wir wahrlich Bauklötze gestaunt.

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Wo Frau Agi sich schon längst wie zu Hause fühlte, brauchte das Tochterkind noch ein paar Augenblicke um Vertrauen zu fassen, ließ sich von Frau Kathy aber großzügig mit einer Banane bestechen überzeugen. Von da an gab es keine Berührungsängste mehr und das Vorleseangebot wurde entsprechend gierig angenommen.

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Nach einem kurzen Ausflug auf den nahegelegenen Spielplatz, auf dem bereits Frau Kathy als Kind gespielt hatte (so alt ist der schon!?) und nun also die nächste Generation ihre Runden dreht,

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ging es zurück ins Haus um lecker Zwiebelkuchen zu futtern. Für das Tochterkind bat ich um eine Scheibe Brot mit Frischkäse, weil ich annahm, dass sie den Zwiebelkuchen verschmähen würde. Zwiebeln isst das Kinde zu Hause nämlich nie.und.nimmer.nicht. Frau Kathy und das Fräulein scheinen da aber ein magisches Talent für zu haben (das Fräulein möchte später Köchin werden, vielleicht rührt das daher?), das Tochterkind verputze nämlich mal eben eineinhalb Stücke,  dann endlich durfte auch Mutti mal probieren.

Aber wie es nun mal so ist, geht die Zeit bei solchen Treffen immer viel zu schnell rum. Eine GuteNachtGeschichte mit Frau Kathy später mussten wir uns auch schon wieder auf den Heimweg begeben.

Frau Ansku formulierte es hier mal ganz treffend und hat wahrlich Recht, wenn sie sagt, dass so Bloggertreffen irgendwie immer gleich sind – nämlich einfach wunderbarst.

Liebe Frau Kathy, lieber Herr Kathy und ihr lieben beiden Kathyskinder – vielen Dank für diesen schönen Nachmittag!

(Und wer noch wissen möchte, warum man einen Elefanten mal eben mit einem Mond verwechseln kann oder woran man einen echten Blogger erkennt, der sei hierhin verwiesen. Wir haben uns jedenfalls köstlich amüsiert :D )

Sehnsucht

Papa ist zur Zeit hoch im Kurs beim Tochterkind. Ok, Mama kann noch immer niemand (ich sagte niemand, ich sagt nicht nichts… Schnuller und Schaf werden mir nämlich schon lange vorgezogen…..) toppen, aber der Papa wird mit jedem Tag ein Stückchen mehr geliebt und akzeptiert. Wacht das Tochterkind aus dem Mittagsschlaf auf, dann ist das erste nach Mäh!? ein Papa!? Paaapaaa? PAAAAAAAAPAAAAAA! Und wie immer erkläre ich ihr dann, dass Papa arbeiten ist. Scheinbar hat sie mir auch zugehört, denn als ich sie heute wecken ging, tönte es: Papa!? Papa abaidann? Jaaa… Papa abaidann!
Und wenn man das am Abend dem  Papa erzählt, dann ist da nichts anderes als Liebe und mächtiger Stolz bei ihm zu sehen. Papas Prinzessin eben.

(Die Antwort hat sie sich wie ihr seht auch gleich gegeben. Hierbei sei zu betonen, dass es das erste Mal in ihrem Leben war, dass sie überhaupt das Wörtchen Ja verwendet hat. Bisher gab es nur sehr klare Neins oder – falls sie sich doch einmal dazu herabließ etwas bejahen zu wollen – ein Kopfnicken.)

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… eine Familie.

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Agis Vorliebe für Schwarz und Rot fällt gar nicht auf, nein. Nur das blonde Haar des Kindes stört.

schnullerlos in Bayern

Schlafen gehen war hier eigentlich nie ein Thema. Schon zu Babyzeiten zeigte uns die Tochter deutlich, wann sie was brauchte. Einen halbwegs festen Rhythmus zum Beispiel. Einen abgedunkelten Raum und gedämpfte Lautstärke. Und in fremder Umgebung bitte Mamas und Papas Stimme im Hintergrund. Nur wenn sie krank ist, bedarf es mehr Einsatz seitens der Eltern. Dann kann es schon mal sein, dass die Tochter nur auf dem elterlichen Arm einschläft. Aber krank ist sie ja zum Glück nur selten.

Das wichtigste ist allerdings, dass man ihre Zeiten einhält. Zu Babyzeiten waren 2 Stunden Wachphase absolut ausreichend, heute sind es knapp 5 Stunden bis sich die Müdigkeit beim Tochterkind einstellt. Dann hat man ein gewisses Zeitfenster, in dem sie problemlos einschläft. Anschließend wird das Einschlafen zum Kraftakt, weil das Tochterkind vor lauter Müdigkeit gar nicht mehr weiß, wie das mit dem Einschlafen eigentlich überhaupt ging.

Ebenso wichtig sind Schnuller, Schaf und Spieluhr. Ohne geht eigentlich nicht.

In der Nacht wird die Tochter im Übrigen bis heute mehrmals wach. Der Grund ist entweder ein schlechter Traum oder schlicht Durst. Wie Mutti leert das Kind in der Nacht gut und gerne eine Flasche. Normalerweise wird die Tochter aber nur in den ersten paar Stunden wach und somit zu Zeiten, in denen die Eltern selbst noch nicht ins Bett gegangen sind. Unsre Nachtruhe ist folglich nur selten davon betroffen – das Kind schläft grundsätzlich durch (und das seit sie 5 Monate und 5 Tage alt ist).

Momentan ist allerdings der Wurm drin. Legt man die Tochter nach 5 Stunden samt Schnuller, Schaf und Spieluhr ins Bett, geht das nur für die ersten paar Minuten gut. Wenn es darum geht sie hinzulegen, macht das Töchterchen nur in Ausnahmefällen einen Aufstand. Sie mag ihr Bett. Sehr sogar. Wenn man sie morgens herausnehmen will, kann es sogar sein, dass sie gar nicht aus dem Bett gehoben werden will und sich stattdessen noch ein bisschen hin- und herdreht – das dauert manchmal bis zu einer Stunde. Somit kann man wohl sagen, dass das Töchterchen mit ihrem Bett nicht grundsätzlich nur Schlechtes (= Schlafen obwohl Spielen spannender wäre) verbindet.
So. Zur Zeit liegt das Problem darin, dass die Tochter partout nicht einschlafen will. Zunächst plaudern sie ein bisschen vor sich hin (kein Thema), dann ruft sie ein paar Mal nach Mama und/oder Papa (noch mal was trinken? Na ja, okeeee..), dann ruft sie immer lauter nach Mama und/oder Papa (Kind! Was denn noch!? Schlafen jetzt!), dann werden Schnuller und Schaf aus dem Bett befördert und verzweifelt Mama und Papa herbeigerufen, die ihr die wertvollen Schlafbegleiter wieder zurückgeben müssen (du Frechmops! EINMAL geb ichs dir, dann wird OHNE geschlafen, klar!?), springen Mama und Papa dann nicht ganz so wie Madame sich das vorstellt, wird ab und an auch ordentlich Frust abgelassen (argh! SO nicht, Prinzessin, SO nicht!) und wenn alle Stricke reißen, dann wird der Trumpf aus dem Ärmel geschüttelt: Mamaaaaaa!!! AUAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!! (KIND! WEHE, WEN DU DIR NICHT WIRKLICH WEH GETAN HAST!!!)

So auch heute. Um 18Uhr habe ich die Tochter gebettet, jetzt – um halb 8 – ruft sie immer noch nach mir. Inzwischen war ich ein paar Mal drin, habe ihr 3x was zu trinken gegeben, sie 4x hingelegt, 7x die Spieluhr aufgezogen und 2x den Schnuller und das Schaf gereicht. Seit 10 Minuten übt sie sich darin Mamamamamamamama in verschiedenen Nuancen zu äußern – mal nüchtern rufend, dann leidend, bittend, monoton aufsagend, lauter rufend, wütend kreischend, dicht gefolgt von hinreissend bettelnd. Natürlich hat sie den Schnuller und ihr Schaf auch ein drittes Mal aus dem Bett geworfen. Aber jetzt wird ohne geschlafen. Ich hatte es ja angekündigt. So. Egal wie lange es noch dauert. Das wäre und wird dann also die erste, echte, ziemlich unfreiwillige aber dennoch selbst verschuldete, schnullerfreie Nacht. Du wolltest es nicht anders, mein liebstes Kind.

Lovestory 2.0

Es begann im Dezember. An einem Freitag um genau zu sein. Ich war gerade 18. Nach Ablenkung suchend stöberte ich auf einer Kontaktbörse im Internet herum. Ich stieß auf sein Profil und er erfüllte alle meine Suchkriterien: Student, Nichtraucher, ausgewählter Musikgeschmack. Und attraktiv fand ich ihn auch noch – perfekt. Schon als ich ihm die erste Mail schrieb, hatte ich so eine Ahnung, als müsste das einfach passen. Kurz darauf antwortete er mir, er fände auch mein Profil.. ähm… nett. Nach diesem wunderbaren, ersten Kompliment war es allerdings ein Wunder, dass wir überhaupt noch zueinander fanden.

Nach der 6. Mail prüfte ich, ob sein Nachname mit meinem Vornamen harmonieren würde.

Etliche Mails (aber nur 11 Tage) später kam die Gelegenheit ihn persönlich zu treffen. Unachtsamerweise schrieb er, dass er am Abend mit seinen Studienkollegen Cocktails trinken gehen würde. Insbesondere schrieb er wo und wann er mit seinen Studienkollegen Cocktails trinken gehen würde. Ein Wink mit dem Zaunpfahl des Schicksals.
Ich platzierte mich strategisch geschickt, sodass ich ihn stets unauffällig beobachten konnte. Er gefiel mir. Sehr. Alles an ihm. Seine Mimik, seine Gestik, seine Haltung. Sein Lächeln. Oh, was hab ich mich an diesem Abend in sein Lächeln verliebt…! Nach ein paar Stunden Fleischbeschau Anhimmeln, wollte ich den Rückzug antreten. Ich zog gerade meinen Mantel an, da kreuzten sich zum ersten Mal unsere Blicke. Er hielt inne und starrte. Ich grinste. Während er noch krampfhaft überlegte, ob ich nun wirklich die Agi sein könnte, verschwand ich prustend aus dem Lokal. Ich glaube, er verzeiht es mir bis heute nicht, dass ich ihn heimlich ausspioniert angehimmelt habe.

Zwei Tage später die nächste Verabredung – diesmal war er sogar eingeweiht. Wir fuhren nach Heidelberg um dort auf dem Weihnachtsmarkt Schlittschuh laufen zu gehen. Weihnachtsstimmung. Der Duft von gebrannten Mandeln. Die Kälte. Es war herrlich.

Dann die erste schmerzliche Erfahrung. Über die Weihnachtsfeiertage fuhr er zu seiner Familie, ich blieb zu Hause bei meiner Familie. Diese paar Tage zogen sich wie Kaugummi. Ich war schon längst verliebt. Inklusive aller klassischen Symptome.

Silvester verbrachten wir schließlich gemeinsam. In dem gleichen Lokal, in dem ich ihn knapp 2 Wochen zuvor ausspioniert bewundert hatte. Den ganzen Abend himmelte ich ihn an. Er wirkte dermaßen anziehend auf mich, dass ich einfach nicht anders konnte.

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Schließlich band ihm eine Schleife um den Hals. Und diese Schleife musste ich natürlich alle paar Minuten gerade zupfen – ein ausgezeichneter Vorwand um ihm nah zu sein… den nur ein Vollidiot nicht bemerken würde.

Am 01. Januar 2006 begann unsere gemeinsame Geschichte dann offiziell. Und so ein erster Kuss um Mitternacht, der hat einfach was. Auch wenn ich das Feuerwerk für ein paar Minuten weder gesehen noch gehört habe.

Mitte März zog ich zu ihm.
Anfang September  setzten wir die Pille ab.
Mitte Oktober bekam ich einen wunderschönen Heiratsantrag.
Anfang Mai wurden wir endlich schwanger.

Und heute vor 2 Jahren heirateten wir.

Vier Monate später, am 01. Januar 2008 und somit genau 2 Jahre nach unserem ersten Kuss, kam das Tochterkind zur Welt.
Der Erste eines Monats scheint uns irgendwie Glück zu bringen, der erste Januar sowieso.

Mein liebster Mann, du warst, bist und bleibst mein Traummann. Ich liebe dich. Mehr als je zuvor.
Auf das nächste wunderschöne Ehejahr!

Notiz

Der Gatte hat sich Namensvorschläge zu Gemüte geführt. Ich darf also noch hoffen ;)

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